Hinterbänkler?

Allgemein

Die RASPELredaktion freut sich nach dem Erscheinen einer Ausgabe immer über Reaktionen der Leser, egal, ob sie positiv oder negativ ausfallen. Die Redaktion ist der Meinung, dass die Diskussion über angesprochene Themen in öffentlichen Foren oder der Presse Teil des in der Demokratie gewünschten Pluralismus ist.

Da stören kleine Ausrutscher nicht, auch wenn beispielsweise ein Pädagoge in einem Leserbrief an die Ludwigsburger Kreiszeitung anlässlich des Berichtes über den Raspelartikel zur Werkrealschule und der danach entbrannten heftigen Diskussion meinte, er müsse den SPD - Abgeordneten seines Wahlkreises im Landtag als Hinterbänkler bezeichnen. Hinterbänkler werden in den Parlamenten im allgemeinen Sprachgebrauch die Abgeordneten der hinteren Sitzreihen bezeichnet. Diese Bezeichnung war deshalb im konkreten Fall auch keine Beleidigung, sondern höchstens eine abfällige Meinungsäußerung.

Vielleicht sollte damit auch nur zum Ausdruck gebracht werden, dass Abgeordnete mit wenig Erfahrung oder Kenntnissen eben hinten sitzen müssen, wie in alten Zeiten des Frontalunterrichts an den Schulen die schlechten oder bösen Schüler. Nein, die Antwort ist viel einfacher. Der Sitzplatz des Abgeordneten im baden-württembergischen Landtag richtet sich im konkreten Fall nach folgenden Regeln: Auf den vorderen Bänken sitzt die Fraktionsspitze, danach geht es nach der alphabetischen Reihenfolge der Namen. Man darf sicher sein, dass der Leserbriefschreiber seinen Schülern im Gemeinschaftskundeunterricht diese Zusammenhänge längst ausführlich erklärt hat, vor allem, dass bei Abstimmungen die Stimme eines jeden Abgeordneten, auch diejenige des Hinterbänklers, gleichwertig ist.

Eberhard Seidel